mercoledì 19 maggio 2021

Das Kriegsgefangenen – und Internierungslager Boldogasszony/Frauenkirchen

 

Herbert Brettl

„Sie leben nicht mehr der Gegenwart, sondern der Zukunft zuliebe.“

 

Vorwort

 Rund einen halben Kilometer westlich von Frauenkirchen, ungarisch als Boldogasszony bezeichnet, in Richtung Podersdorf steht eine Hinweistafel, die auf einen Kriegsgefangenenfriedhof, im Volksmund, Serbenfriedhof genannt, aufmerksam macht. Auf dem Gelände des weitläufigen Areals befinden sich eine kleine Kapelle, ein Mahnmal in serbischer Sprache, Steinkreuze und eine wenig aussagekräftige Gedenktafel. In Frauenkirchen selbst existieren eine Lagerstraße und ein Lagerhof, doch Informationen über die Herkunft der Bezeichnungen sucht man vergeblich. Etwas Mystisches liegt im Raum, wenn die Bevölkerung von einem Lager spricht, jedoch nichts Genaueres davon weiß.


Tatsachlich wurde im Herbst 1914 in Boldogasszony/Frauenkirchen eines der größten Gefangenenlager der osterreich-ungarischen Monarchie errichtet. Die Geschichte des Lagers, das zugleich ein Internierungs, Kriegsgefangenen und Kriegsgefangenenoffizierslager war, ist vielfaltig, komplex und durchaus verworren. Um den Spuren des Lagers zu folgen, ist es notwendig, sich nicht nur nach Wien, sondern auch nach Budapest und insbesondere nach Bratislava zu begeben. Die historischen Dokumente befinden sich heute in verschiedenen Archiven, da sich das Lager in einem Gebiet befand, das damals von Ungarn politisch verwaltet wurde, dessen militärischer Oberbefehl in Wien lag und dessen militärisches Kommando in Pozsony/Bratislava war. Während die Quellenlage im Burgenland marginal ist, fanden sich etwas überraschend auch Fotos und Dokumente in Belgrad, Genf, Basel oder Minneapolis. Die Wirren während des Zerfalls der Monarchie, die Abtrennung der Armeekommandostadt Pozsony, der Streit um die Abtrennung und um den späteren Anschluss des Burgenlandes erschwerten die Dokumentation über den Aufbau und erst recht über das Ende des Lagers.

 

Im folgenden Buch wird versucht, die Geschichte des Lagers Boldogasszony/Frauenkirchen und die Situation der Gefangenen etwas zu beleuchten. Die Lagerinsassen waren Serben, Russen, Montenegriner, Italiener, Mazebulgaren und andere, die hier Jahre, sofern sie überlebten teilweise bis zum Ende des Krieges, inhaftiert waren. Ihr Leben im Lager wurde von einem Arzt des Roten Kreuzes wohl treffend mit der Aussage beschrieben: "Sie leben nicht mehr der Gegenwart, sondern der Zukunft zuliebe."


 

Einleitung

 

Kriegsgefangene im historischen Zeitraffer

 

Die Gefangennahme feindlicher Soldaten verfolgt das Ziel, dem Gegner möglichst viele wehrfähige Männer zu entziehen, um ihm bei seinen Kriegsaktivitäten zu schaden. Lange Zeit in der Geschichte erwartete die Kriegsgefangenen, auf Triumphzügen der siegreichen Feldherren als Kriegsbeute zur Schau gestellt, das Schicksal der Versklavung. Vielfach wurden Kriege nämlich zum Zweck der Sklavenbeschaffung geführt, da der Gefangene zu jeder Zeit einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellte. Nachdem aus religiösen Gründen nach dem dritten Laterankonzil 1179 der Verkauf von Christen in die Versklavung verboten worden war, war es nicht mehr rentabel, viele Gefangene zu machen. Im Mittelalter und in der Neuzeit wurden Gefangene auf dem Schlachtfeld niedergemacht, nach Abgabe des Ehrenwortes laufen gelassen oder gegenseitig ausgetauscht. Lange Gefangenschaften waren nicht erstrebenswert, da die Gefangenen versorgt werden mussten. Während die Genfer Konvention 1864 international gültige Richtlinien zur Behandlung von kranken und verwundeten Soldaten brachte, blieb die Betreuung der Kriegsgefangenen weiterhin den jeweiligen Ländern überlassen.

 

Während des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) gerieten rund 400.000 Soldaten in die Hand des Feindes. Die alte Gepflogenheit, Gefangene gegen Ehrenwort freizulassen oder auszutauschen, war kaum mehr gegeben, da man die Gefangenen am Beginn des Krieges auf beiden Seiten als Kriminelle betrachtete und die schwarzen Gefangenen von den Konföderierten aus rassistischen Gründen nicht als Kriegsgefangene anerkannt wurden. In der Annahme, dass der Krieg bald beendet sei, brachte man sie in sogenannte Zwischenlager. Überfordert von der großen Anzahl der Gefangenen und den kaum getroffenen Vorkehrungen wurden die Lager zum Albtraum. In den total überfüIIten Einrichtungen fehlte es an sanitären Maßnahmen und Nahrungsmitteln, sodass über 56.000 Soldaten an Krankheiten wie Ruhr, Durchfall, Flecktyphus, etc. in der Gefangenschaft starben. Der erste moderne Krieg führte zu einer Katastrophe des Kriegsgefangenenwesens.

 

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 kamen rund 400.000 Franzosen, meist irreguläre Kombattanten, in deutsche Kriegsgefangenschaft. Weil der Krieg kurz war, konnten diese noch relativ gut versorgt werden, doch wurde das Kriegsgefangenenproblem so in das Bewusstsein der europäischen Öffentlichkeit und Politik gebracht.

 

Nach den Erfahrungen aus dem Amerikanischen Bürgerkriegs und aus dem Krieg von 1870/71 waren zunehmend mehr Staaten bereit, ein für alle geltendes Kriegsrecht zu schaffen.

 

 

Die Haager Landkriegsordnung

 

Während durch die Genfer Konvention von 1864 der Schutz und die Versorgung von kranken und verwundeten Soldaten in Aussicht gestellt wurden, blieben die Bemühungen, das Kriegsrecht zu kodifizieren, zunächst erfolglos. Erst in der Haager Konvention/Landkriegsordnung von 1899 bzw. 1907, die von 44 Staaten, darunter Österreich-Ungarn, Deutschland, Russland, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich, Unterzeichnet wurde, einigte man sich auf eine völkerrechtliche Regelung der Kriegsführung. Dabei wurden auch Bestimmungen formuliert, die die Behandlung von Gefangenen durch die Feindstaaten regelten und es wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass Kriegsgefangene zwar der Gewalt der feindlichen Regierung unterstehen, aber nicht als Strafgefangene angesehen werden dürfen. Zudem regelte das Abkommen die Unterbringung der Feindsoldaten sowie deren Verwendung als Arbeitskräfte.

 

Die kriegsteilnehmenden Staaten waren auch verpflichtet, für den Unterhalt der Gefangenen aufzukommen und diese hinsichtlich Kleidung, Unterkunft und Nahrung in gleichem Masse zu versorgen wie die eigenen Truppen. Zusätzlich stand den gefangenen Offizieren ein Sold zu, der in seiner Höhe dem Sold von dienstgradgleichen Offizieren des Feindstaates entsprach.

 

Die einzelnen Artikel der Bestimmungen galten als verbindliches Völkerrecht, doch kam es immer wieder zu Fallen der Missachtung, da man in der Praxis oftmals von der Theorie abwich. Ebenso fiel die Interpretation der Haager Landkriegsordnung sehr unterschiedlich aus. Zum Zeitpunkt des Abkommens machte sich auch noch niemand konkrete Vorstellungen über künftige Engpasse jeglicher Art oder Lebensmittelknappheit, die sich im Alltag auf den Umgang mit den kriegsgefangenen Mannschaftssoldaten und Offizieren auswirkten.

 

Im Ersten Weltkrieg stand die Haager Landkriegsordnung zum ersten Mal in großem Ausmaß auf dem Prüfstein. Bereits in den ersten Kriegswochen gelangten hunderttausende Soldaten in Gefangenschaft. In den weiteren Kriegsjahren, als rund acht Millionen in Lagern einsaßen, zeigten sich die verschiedenen Formen der Umsetzung und die Probleme der Haager Landkriegsordnung.

 

Der „große Krieg" und die Kriegsgefangenschaft

 

Mit Ausbruch des „Großen Krieges“, später als Erster Weltkrieg bezeichnet, beginnt in der Geschichte eine neue ära der Kriegführung. In geographischer Hinsicht, wegen der Quantität der mobilisierten Soldaten und der verwendeten Ressourcen sowie angesichts der umfassenden strategischen Ziele der kriegsteilnehmenden Staaten lasst sich der „Große Krieg“ als „totaler Krieg“ definieren. Auch die Dimension der Kriegsgefangenschaft stellte alles bisher Dagewesene in den Schatten.

 

Zwischen acht und zehn Millionen Soldaten und Zivilisten befanden sich während des Krieges in Gefangenschaft. Insbesondere an der östlichen und südöstlichen Front, wo im Gegensatz zur westlichen und südwestlichen Front bis 1917 ein Bewegungskrieg stattfand , war die Möglichkeit in Gefangenschaft zu geraten, um ein Vielfaches höher. Österreich-Ungarn und Deutschland machten zusammen etwa die Hälfte aller Kriegsgefangenen. Ende Oktober 1918 waren es auf deutscher Seite rund 2,4 Millionen, während Österreich-Ungarn zwischen 1,2 und 1,8 Millionen Gefangene in die Hände fielen. Die Kriegsteilnahme der USA, Japans und der Kolonialstaaten trug dazu bei, dass über den ganzen Globus verteilt Gefangenenlager errichtet wurden.

 

Die Kriegsgefangenenlager in der Monarchie Standortwahl

 

Strategie des Militärs war, die feindlichen Soldaten so rasch als möglich aus dem Kampfgebiet in nicht unmittelbar betroffene Regionen zu bringen. Neben den österreichischen Kronländern Cisleithaniens kamen hier aufgrund ihrer Entfernung von der Front die Gebiete Transleithaniens in Betracht, insbesondere der Militärkommandobereich Pozsony. Böhmen und Mahren wurden als Kriegsgefangenenstandort aus politischen Gründen ausgeschlossen, da man die dortige slawische Bevölkerung als politisch unzuverlässig einstufte. Ernst von Streeruwitz, zuständig für den Kriegsgefangenenschutz in der Habsburgermonarchie, meinte dazu, dass man die dortige Bevölkerung beschuldigte, keine Distanz gegenüber den russischen Gefangenen einzuhalten.

 

Als Italien im Mai 1915 als Kriegsgegner von Österreich-Ungarn auftrat, wurden die Lager in Tirol, Kärnten und der Untersteiermark aufgegeben. Bereits kurz nach Kriegsausbruch wurden tausende Kriegsgefangene von der Front ins Hinterland gebracht. Als bevorzugte Objekte für die „Bequartierung" sah man militärische Bauten, wie ungenutztere Festungsanlagen oder Truppenübungslager, vor. Die Österreich-Ungarische Monarchie konnte diesbezüglich auf keine Erfahrungen zurückgreifen und die Zivil- und Militärbehörden waren auf die große Zahl von Kriegsgefangenen unzureichend vorbereitet. Probleme schaffte die Unterbringung der Kriegsgefangenen. Sie wurden vielfach in primitiven Behelfsquartieren, wie Zeltlagern, Erdhütten, leer stehenden, zum Teil halb verfallenen, Fabrikgebäuden oder Kleistern untergebracht.

 

Dem Kriegsverlauf entsprechend erfolgte die Gefangennahme in drei gröberen Phasen: nach der kurzfristigen Einnahme Belgrads, bis zum Jahresende 1914, nach der Rückeroberung grober Teile Galiziens im Frühjahr 1915 und nach der Offensive gegen Italien im Herbst 1917. lm Dezember 1914 befanden sich bereits an die 200.000 feindliche Soldaten in Österreich-Ungarischer Kriegsgefangenschaft. Bis Ende 1918 waren nach statistischen Angaben in Österreich-Ungarn 916.000 Soldaten in Lagern interniert.

 

Um diese Massen an Kriegsgefangenen bewältigen zu können, beschloss die k.k. Militärverwaltung, in diesem Fall das Kriegsüberwachungsamt, so rasch wie möglich groß angelegte, einfacher zu bewachende Sammellager im Hinterland der Monarchie zu errichten. Zunächst wurden Flächen im Umfeld von Kasernen, Exerzier oder Truppenübungsplätzen herangezogen. Als man diesbezüglich alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatte, musste man sich nach anderen Anwesen umsehen. Kommissionen des Kriegsministeriums hatten zu prüfen, ob die Lagerstandorte neben den politischen und militärischen Faktoren auch ökonomische Bedingungen und Auflagen erfüIIten. Dabei wurden Flachen von Großgrundbesitzern bevorzugt. Diese Flächen wurden vom Kriegsministerium befristet gepachtet und zudem wurde die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes der Grundstücke nach der Benutzung vereinbart. Weiters sollten die Kommissionen beachten, dass die Grundstucke trocken waren und bestenfalls Schotterboden aufwiesen, da sich diese besser zum Aufbau der Baracken und zur Anlage von Wegen eigneten. Ebenso sollten sich die Lager nicht direkt in bewohnten Gebieten befinden. Um den Transport der benötigten Lebensmittel, Baumaterialien, Wachmänner und Gefangenen einfacher gestalten zu können, sollte außerdem eine gute Anbindung ans Eisenbahnnetz gegeben sein.

 

Sofern die Militärbehörden eine Flache ausgewählt hatten, so konnte dies nach dem Kriegsleistungsgesetz aus dem Jahre 1912 nicht mehr verhindert werden. Die betroffenen Landesstatthaltereien oder Gemeindebehörden hatten bei der Errichtung lediglich ein Recht auf Anhörung und kein Vetorecht.

 

In kürzester Zeit wurden in der Monarchie ab Herbst 19 14 an die 50 Kriegsgefangenenlager errichtet; die Offiziersstationen oder Internierungslager wie Neusiedl am See nicht mitgerechnet. Nach einer Weisung des Kriegsministeriums sollten gefangene Offiziere in „gesonderten Internierungsstationen“ untergebracht werden, „wo sie bessere Existenzbedingungen finden als in den Massenlagern“.

 

(p. 10)

 

Die Gefangenenlageranzahl variierte, da im Laufe des Krieg es neue dazukamen oder andere geschlossen wurden. Im Jahr 1918 bestanden folgende Lager:

 

1) Aschach an der Donau

2) Bruck-Királyhida

3) Braunau am Inn

4) Boldogasszony

5) Braunau in Böhmen

6) Brüx

7) Csόth bei Papa

8) Deutsch-Gabel

9) Dunaszerdahely

10) Eger in Böhmen

11) Freistadt

12) Feldbach-Mühldorf

13) Grödig bei Salzburg

14) Hart bei Amstetten

15) Hajmásker

16) Heinrichsgrün

17) Josefstadt

18) Kenyérmezö-Tabor

19) KleinMünchen

20) Knittelfeld

21) Lebring in der Steiermark

22) Marchtrenk

23) Milowitz

24) Mauthausen

25) Mühling

26) Nagymegyer

27) Ostffyassonyfa

28) Oswiecim/Auschwitz

29) Plan

30) Purgstall an der Erlauf

31) Reichenberg

32) Sigmundsherberg

33) Somorja

34) Spratzern

35) Sopronnyék

36) Sternth al bei Pettau

37) Szatmárnémeti

38) Theresienstadt

39) Wadowice

40) Wieselburg an der Erlauf

41) Zalaegerszeg

 

 

 

Die Errichtung der Lager erfolgte wegen der großen Menge an Gefangenen unter massivem Zeitdruck und unter solchen finanziellen Rahmenbedingungen, dass Missstande bei der Errichtung vorhersehbar waren. Die anfangs nur notdürftig errichteten Baracken und andere Provisorien wurden dem Ansturm an Kriegsgefangenen in allen kriegführenden Staaten nur teilweise gerecht. Die ersten Lagerkomplexe bestanden vielfach noch aus einfachen Zeltreihen oder Holzbaracken, wobei die sanitären Einrichtungen massiv vernachlässigt wurden. Die man gelhaften hygienischen Vorkehrungen und die massive Konzentration von Personen auf engstem Ra um führten im Winter 1914/15 dazu, dass sich Epidemien wie Flecktyphus rasch ausbreiten konnten. Um diese Unzulänglichkeiten zu beseitigen und um die geforderten bauhygienischen Richtlinien zu erfüIIen, forderte und erledigte das Kriegsministerium im Frühjahr 1915 noch rasch entsprechende Adaptierungsarbeiten.


 

Lagerfriedhof – Kriegsgräberfürsorge

 

Der Lagerfriedhof

 

Wann der Friedhof genau angelegt wurde, ist nicht belegt. Seine Errichtung durfte jedoch beinahe gleichzeitig mit der des Lagers erfolgt sein, da es keine Angaben zu verstorbenen und am Ortsfriedhof beerdigten Kriegsgefangenen gibt. Der Friedhof befindet sich im Besitz der Domäne Esterhazy und ist im Grundbuch als „öffentlicher Beerdigungsplatz“ eingetragen. Das Areal umfasst 19.000 m2 und ist 176m breit bzw. 140m lang, wobei die rechte Seite abgeschrägt ist.

 

Während das Lager von Inspektionen geprüft und beschrieben wurde, findet man über das Aussehen des Friedhofes während des Lagerbetriebes von 1914 bis 1918 nur die Beschreibung des Arztes Otto Knüsel aus dem Jahre 1916: „In langen Reihen sind die Grabhügel nebeneinander. Hinter jedem Hügel steht ein einfaches schmuckloses Kreuz mit dem Namen oder der Nummer des Toten. In den Massengräbern liegen die Toten des Flecktyphus. Lange flache Beete. In einem Massengrab liegen 400 Tote. Die Flecktyphusepidemie ist erloschen und nun erhält wieder jeder Tote sein Einzelgrab. Daneben gibt es noch drei größere reichverzierte Kreuze. Hier liegen drei Offiziere, Opfer der Seuche. Sie sind mit militärischen Ehren bestattet worden. Eine Aufschrift: ‚Hier ruht Dr. D., kaiserlich, russischer Oberstabsarzt. Das Opfer seines edlen Berufes'."

 

Die sogenannten „schmucklosen Kreuze" waren einfache Holzkreuze, die teilweise bereits kurz nach der Auflassung des Lagers von Holzsuchenden entwendet wurden. 1929 berichtete der Friedhofsaufseher von abgefaulten verbliebenen Holzkreuzen. Deshalb waren die Graber nur mit fortlaufenden Nummern versehen worden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich am Friedhof auch noch zwei Eisenkreuze von montenegrinischen Offizieren mit der cyrillischen Aufschrift „C.H.II“.

 

Da von rund 6.000 im Lager Verstorbenen nur rund 2.200 Tote mit ungarischen Vornamen in der Gemeinde matrikuliert wurden, und da die Aufzeichnungen des Lagerkommandos nur unvollständig erhalten sind, ist keine konkrete Auflistung der auf dem Friedhof Begrabenen möglich. Es kann davon ausgegangen werden, dass rund 95% aller Beerdigten aus Serbien kamen. Nach Angaben der Matrikelbücher finden sich noch 50 Montenegriner, 15 Russen, zwei Bulgaren, zwei Rumänen, ein Italiener, ein Albaner und fünf Unbekannte unter den Beigesetzten. Andere Aufzeichnungen weisen 50 italienische Gefangene aus, die auf dem Friedhof des Lagers Boldogasszony begraben sind.

 

 

Der Friedhof während der 1. Republik und im Nationalsozialismus

 

Im Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye 1919 verpflichtete sich österreich, dafür Sorge zu tragen, dass die Grabstätten von Kriegstoten, die sich auf österreichischem Territorium befinden, gepflegt und instandgehalten werden. Auch die alliierten und assoziierten Mächte. Übernahmen freiwillig eine derartige Verpflichtung. Die österreichische Regierung betraute ihrerseits wieder das 1919 gegründete „Schwarze Kreuz“ mit der Umsetzung dieser Vereinbarung. Das deutschösterreichische Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenamt wies im Juni 1919 jene Gemeinden, in denen sich vormals Gefangenenlager befanden, an, die Pflege der Lagerfriedhofe zu übernehmen. In Ungarn durfte eine ähnliche Regelung getroffen worden sein. Die Gemeinde Frauenkirchen betraute 1919 Martin Wetschka mit der Pflege des Friedhofes. Nach seinen Angaben wurden von ihm bis April 1927 einige Erhaltungsmaf3nahmen am Friedhof durchgeführt. So wurden unter anderen die Drahteinzäunung und die Betonpfeiler rund um den Friedhof erneuert, das Gittertor der Kapelle durch ein Holztor ersetzt, die Kapelle geweissnet und deren eingeschossene Fensterscheiben ersetzt, die Graber mit Schotter und Sand aufgefüIIt, Grassamen aufgebracht und Kastanienbaume rund um die Anlage gepflanzt. Ob Martin Wetschka für seine Arbeiten auch bezahlt wurde, ist nicht bekannt, doch konnte er 6-10 q Heu, das am Friedhof geschnitten wurde, zu seinem Nutzen verwenden.

Zu den Aufgaben des Verwalters gehörte auch die Aufsicht über den Lagerfriedhof. Der Friedhof, im Volksmund „Serbenfriedhof“ genannt, war in den 20er-Jahren für die Ortsbevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel. Um Verwüstungen vorzubeugen, ließ deshalb der Verwalter an Sonn- und Feiertagen sowie an schulfreien Tagen am Friedhof einen Wachter aufstellen; 1930 trat ein allgemeines Betretungsverbot für Spaziergänger in Kraft. Serbische Delegationen fanden sich beinahe jährlich auf dem Lagerfriedhof ein, um mit einem Geistlichen eine Gedenkfeier abzuhalten. Diesen Feierlichkeiten wohnten auch Vertreter der Gemeinde und im Juni 1926 der Bundeskanzler und der Landeshauptmann bei.

 

Auch italienische Delegationen trafen immer wieder auf dem Lagerfriedhof in Frauenkirchen ein. Eine besondere Gedenkfeier fand am 28. August 1927 statt. Dabei versammelten sich die Gemeinderate, die Freiwillige Feuerwehr, die örtlichen Vereine und die Schuljugend bei der Kirche und marschierten zum Lagerfriedhof, um dort Aufstellung zu nehmen. Zur selben Zeit trafen am Bahnhof Landesrat Thullner, Vertreter der Bezirkshauptmannschaft und eine militärische Abordnung aus Neusiedl am See ein. Diese wurden von Gemeindevertretern empfangen und mit Fuhrwerken vom Bahnhof zur Kirche gebracht, wo zu Ehren der Gefallenen aus Frauenkirchen ein Kranz niedergelegt wurde. Danach begaben sich die Ehrengaste zum Friedhof. Zur selben Zeit reisten eine italienische Delegation, ein Gesandter und ein Militärattaché mit Vertretern des „Schwarzen Kreuzes“ in zwei Autos an. Beim Eintreffen der italienischen Delegation am Friedhof spielte die Militärmusikkapelle aus Neusiedl am See die italienische Nationalhymne „marcis reale“. Das Programm der Gedenkfeier beinhaltete eine Feldmesse, die Einweihung und Übergabe der italienischen Gedenktafel, die Niederlegung von Kränzen und Ansprachen der Ehrengaste. Vor der Verabschiedung der Ehrengaste gab es noch einen kleinen Umtrunk und ein „bescheidenes Essen“.

 

1933 gab es auch Plane, den Friedhof teilweise aufzulassen. Die italienische Regierung äußerte den Wunsch, die 50 am Friedhof beerdigten italienischen Soldaten zu exhumieren und die Toten in ein Zentralgrab nach Wien zu bringen. Als Verwalter Martin Wetschka dieses Unternehmen für nicht durchführbar erklärte, da die Graber nicht gekennzeichnet waren, ließ die italienische Regierung von ihrem Vorhaben wieder ab.

 

Auch während des Nationalsozialismus fanden am Lagerfriedhof sogenannte „Heldenehrungen" statt. Anlässlich des St. Veittages am 3. Juli 1939 wurde der neue Verwalter Ing. Franz Sander aus Tadten - der vorherige Verwalter war Mitglied der Vaterlandischen Front und wurde somit vom Regime enthoben - angewiesen, eine Feier zu organisieren und Graber, Friedhof bzw. Wege in bester Ordnung herzustellen. Für die Feier wurde ein Kranz mit Hakenkreuzschleife angefertigt, den zwei Männer in Uniformen niederlegten.

 

Der Friedhof nach 1945

 

Über etwaige Verwüstungen während des Krieges oder bei Kriegsende ist nichts bekannt. Die ersten Aufzeichnungen nach 1945 finden sich 1954, als die Regierung Jugoslawiens ein Denkmal in Form eines Obelisken, das bereits 1930 geplant war, am Friedhof errichtete.

 

 

 

domenica 9 maggio 2021

Austria-Ungheria Esercito Comune Precendenti la Grande Guerra

 

I corpi d’armata esistenti prima del conflitto

 

KRAKAU (Cracovia),  nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato nella Galizia occidentale, Slesia e Moravia settentrionale, composto da 5a e 12a divisione di fanteria, 7a divisione di cavalleria, comandato dal General der Kavallerie (generale di cavalleria) Eduard von Böhm-Ermolli.

VIENNA, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato nella Bassa Austria e Moravia meridionale, composto da 4a, 25a e 49a divisione di fanteria, 3a divisione di cavalleria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) cav. Alfred von Ziegler.

GRAZ, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Siria, Carinzia, Carniola e Litorale adriatico, composto da 6a e 28a divisione di fanteria, comandato dal Feldzeugmeister (generale d’artiglieria) barone Ernst von Leithner.

BUDAPEST, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Ungheria centrale e meridionale, composto da 31a e 32a divisione di fanteria, 10a divisione di cavalleria, comandato dal General der Kavallerie (generale di cavalleria) Carl Tersztyánsky von Nádas.

BUDAPEST, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Ungheria centrale e meridionale, composto da 31a e 32a divisione di fanteria, 10a divisione di cavalleria, comandato dal General der Kavallerie (generale di cavalleria) Carl Tersztyánsky von Nádas.

POZSONY (Bratislava), nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Ungheria occidentale, composto da 14a e 33a divisione di fanteria, 2a divisione di cavalleria, comandato dal Feldzeugmeister (generale d’artiglieria) Paul Pulhallo von Brlog.

KASSA (Kaskau), nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Ungheria nord-orientale, composto da 15a e 27a divisione di fanteria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) Svetozar Boroević von Bojna.

TEMESVáR (Timişoara), nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Ungheria orientale, composto da 17a e 34a divisione di fanteria, 1a divisione di cavalleria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) Hugo Meixner von Zweienstamm.

PRAGA, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Boemia sud-occidentale, composto da 9a e 19a divisione di fanteria, comandato dal General der Kavallerie (generale di cavalleria) barone Artur Giesl von Gieslingen.

LEITMERITZ, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Boemia nord-orientale, composto da 10a e 29a divisione di fanteria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) Lothar von Hortstein.

PRZEMYśL, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Galizia centrale, composto da 2a e 24a divisione di fanteria, 6° divisione di cavalleria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) cav. Heinrich Kummer von Falkenfeld.

LEMBERG (Leopoli), nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Galizia orientale e Bucovina, composto da 11a e 30a divisione di fanteria, 8° e 4a divisione di cavalleria, comandato dal Lovassági Tábornok (generale di cavalleria) Desiderius Kolossváry von Kolosvár.

NAGYSZEBEN, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Transilvania, composto da 16a e 35a divisione di fanteria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) Hermann Kövess von Kövessháza.

AGRAM (Zagabria), nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Croazia e Slavonia, composto da 7a e 36a divisione di fanteria, comandato dal Feldmarchalleutnant (tenente generale) barone Adolf Rhemen zu Barensfeld.

Issbruck, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Tirolo e Vorarlberg, Alta Austria e Salisburghese, composto da 3a e 8a divisione di fanteria, comandato dal General der Kavallerie (generale di fanteria) Viktor Dankl.

SARAJEVO, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Bosnia, composto da 1a e 48a divisione di fanteria, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) Michael von Appel.

RAGUSA, nel ‘94 corpo di armata austro-ungarico, dislocato in Dalmazia meridionale e Erzegovina, composto da 18a e 47a divisione di fanteria, 23° e 27° reggimento Landwehr, comandato dal General der Infanterie (generale di fanteria) Blasius Schemua.

 

 

 

 

 

 

 

lunedì 19 aprile 2021

Austrai- Ungheria Esercito Comune . 1914 - 1918 Le Armate e le nuove Armate costituite in guerra

 

Le armate della Duplice Monarchia

 

1° Armata, comandata dal GdK. Viktor Dankl e composta dal I., V. e X. Korps, schierata sul fronte della Galizia e sciolta il 26 luglio 1916.

2° Armata, comandata dal GdK. Eduard von Böhm-Ermolli, composta inizialmente da IV., VII. e IX. Korps e dal Rayon Banat, e schierata sul fronte balcanico; poi subito smembrata e trasferita il 18 agosto dello stesso anno sul fronte della Galizia (il IX. Korps e la 10. KTD. Alla 4. Armee, la 23. HID. Alla 3. Armee e il resto dell’organico aggregato al XII. Korps, diventato così l’Armeegruppe Kovessì), dove il 25 dello stesso mese fu ricostituita sulla base del gruppo d’armata suddetto e con altre unità, risultando infine composta dal III., IV., e XII. Korps, 11a e 43a divisione di fanteria honved, 1a, 5a e 8a divisione di cavalleria, 35a, 40a, 102a, 103a e 105a brigata di fanteria Landsturm e 12a brigata di marcia.

3° Armata, comandata dal GdK. Rudolf von Brudermann e composta dall’XI. e XIV. Korps, schierata sul fronte della Galizia, trasferita nel 1915 sui Balcani e nel marzo del 1916 sul fronte trentino.

4° Armata, comandata dal GdI. Moritz von Auffenberg e composta dal II., VI., IX. e XVII. Korps e dall’Armeegruppe Kummer, schierata sul fronte della Galizia.

5° Armata, comandata dal GdI. Liborius von Frank e composta dall’VIII. e XIII. Korps, schierata sul fronte balcanico e sciolta il 27 dicembre 1914, dopo la grave sconfitta subita due settimane prima ad opera dell’esercito serbo, che l’aveva costretta a ritirarsi in disordine oltre il confine.

6° Armata, comandata dal FZM. Oskar Potiorek e composta dal XV. e XVI. Korps, schierata sul fronte balcanico e sciolta il 27 dicembre 1914, dopo la grave sconfitta subita due settimane prima ad opera dell’esercito serbo, che l’aveva costretta a ritirarsi in disordine oltre la Drina e la Sava.

 

 

Nuove armate

 

1° Armata, ricostituita il 16 agosto 1916, al comando del GdI. Artur Arz von Straußenburg, col Gruppe Stein bavarese ed il VI. e XXI. Korps austro-ungarici, schierata sul fronte dei Carpazi con l’Heeresfront Erzherzog Karl.

5° Armata, ricostituita il 27 maggio 1915 sul fronte dell’Isonzo, al comando del GdI. Svetozar Boroević von Boina, con l’organico della 6. Armee originaria (XV. e XVI. Korps) e la 57a, 93a e 94a divisione di fanteria.

6° Armata, ricostituita sul fronte italiano il 15 gennaio 1918, al comando del GO. arciduca Giuseppe, col II. e XXIV. Korps e l’11a divisione di cavalleria honvéd.

7° Armata, ricostituita l’8 maggio 1915 dall’Armeegruppe Pflanzer-Baltin, comandata dal GdK. Barone Karl von Pflanzer-Baltin e composta dal Korps Czibulka, Gruppe Marschall, XI. e XIII. Korps.

10° Armata, costituita il 25 gennaio 1916 dalla trasformazione dell’Armeegruppe Rohr, comandata dal GdK. Franz Rohr von Denta e composta dal XV. Korps, 92a e 94a divisione di fanteria, 44a divisione di fanteria Landwehr e Gruppe GM. Globočnik, impiegata sul fronte carnico.

11° Armata, costituita il 14 marzo 1916 nel Tirolo meridionale per la “Strafexpedition”, comandata dal GO. Viktor Dankl e composta dal III., VIII. e XX. Korps.

12° Armata, costituita sul fronte russo il 4 luglio 1916 e sciolta il 13 agosto dello stesso anno, comandata dal GdK. arciduca ereditario Karl.

14° Armata, costituita in Carinzia nell’ottobre del 1917 per l’offensiva di Caporetto, comandata dal GdI. prussiano Otto von Below e composta dal Gruppe Krauss (ex I. Korps austro-ungrarico) con 3 divisioni di fanteria austro-ungariche e la divisione Jager tedesca, il Gruppe Steinm (ex III. Armeekorps bavarese) con tre divisioni tedesche e la 50. ID. austro-ungarica, il Gruppe Berrer (ex Generalkommando LI tedesco) con 2 divisioni di fanteria tedesche ed il Gruppe Scotti (ex XV. Korps austro-ungarico) con una divisione di fanteria austro-ungarica e una tedesca.

Isonzo-Armee, denominazione attribuita ufficialmente il 24 maggio 1917 alla 5. Armee, comandata dal GO. Svetozar Boroević von Bonia e composta dal VII., XV., XVII. e XXIII. Korps; sciolta il 23 agosto 1917 e suddivisa in due armate con la stessa denominazione, fu ricostituita il 6 gennaio 1918 col IV., VII., XVI., XXII. e XXIII. Korps, al comando del GO. Wenzel von Wurm.

1. Isonzoarmee, costituita il 23 agosto 1917, comandata dal GO. Wenzel von Wurm e composta dal VII., XVI. e XXIII. Korps della precedente Isonzo-Armee (mentre il XV. era diventato il Gruppe Scotti della Deutsche 14. Armee e il XVII. era stato sciolto); sciolta il 6 gennaio 1918.

2. Isonzoarmee, costituita il 23 agosto 1917, comandata dal GdI. Johann von Henriquez e composta dal II., IV. e XXIV. Korps e dal Gruppe Kosak; sciolta il 6 gennaio 1918.

 

 

Armate miste

 

Deutsche Südarmee, comandata dal GdI. prussiano Alexander von Linsingen e composta nella primavera del 1915 dal Gruppe Szurmay e il Korps Hormann austro-ungarici, il Korps Bothmer e il XXIV. Reservekorps tedeschi, impiegata sul fronte russo-rumeno.

Deutsche 11. Armee, comandata dal GO. prussiano August von Mackensen, nella quale, col Corpo della Guardia prussiano e il X, XXXXI di riserva e un corpo d’armata misto tedeschi, era inquadrato nella primavera del 1915 anche il VI. Korps austro-ungarico, comandato dal FML. Artur Arz von Straussenburg.

 

lunedì 5 aprile 2021

Collana I Libri del Nastro Azzurro. La Prgionia nella Grande Guerra

 Si riportano alla data odierna i titoli della Serie dedicata alla prigionia.Informazioni:segreteriagenerale@istitutonastroazzurro.org


Monte Grappa. Il Roccione.


LA PRIGIONIA NELLA GRANDE GUERRA

I. MASSIMO COLTRINARI

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume I

Prigiona ed Internamento. Il Valore del combattente disarmato*

 

II. MASSIMO COLTRINARI

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume II

La geografia nei campi di concentramento in Austria-Ungheria*

 

III. PIETRO BONCI

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume III

Epistolario di prigionia.*

 

IV. MASSIMO COLTRINARI

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume IV

La Memoria. Caduti, Dispersi, Prigioneri, Reduci*

 

V. MASSIMO SQUILLACI

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume V

La Memoria. l’Opera di Padre Giovanni Minozzi durante e dopo la grande guerra

 

VI MASSIMO COLTRINARI, GIORGIO MADEDDU, ALBERTO MARIA CARTA

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume VI

La prigionia austriaca in Italia**

 

VII. MASSIMO COLTRINARI

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume VII

La prigionia italiana in Austria-Ungheria.**

 

VIII. MASSIMO COLTRINARI GIORGIO MADEDDU

La Prigionia nella Grande Guerra. Volume VIII

La prigionia italiana in Germania **

 

* in preparazione

** titolo provvisorio

martedì 30 marzo 2021

Maria Luisa Suprani Querzoli.

 

La scomparsa improvvisa del Capo di Stato Maggiore Alberto Pollio

alla vigilia della Grande Guerra


 

Chi si accinge allo studio della Grande Guerra   incontra  la figura di Alberto Pollio inevitabilmente collegata alla nomina a Capo di Stato Maggiore del Generale Luigi Cadorna (avvenuta a seguito della subitanea scomparsa del Generale casertano, suo predecessore). In prospettiva, lo spazio dedicato alla figura del Generale Pollio è davvero minimale rispetto sia al suo spessore sotto il profilo militare, sia alla portata delle conseguenze inerenti alla sua morte sulle sorti del Paese.

Egli era un convinto triplicista.

Proveniente dalla Nunziatella, approdò infine alla Scuola di Guerra di Torino. Le notevoli doti gli valsero la considerazione del Re Umberto I[1], anch’egli più vicino all’Austria di quanto non lo fossero gli Ufficiali piemontesi che vedevano in essa prevalentemente il nemico storico. 

Il regicidio colpì profondamente Pollio.

Se si compara, anche per sommi capi, l’indirizzo politico preso successivamente dall’Italia con le convinzioni radicate e lo spessore militare notevole[2] di Pollio i dubbi che circondano tuttora la sua prematura scomparsa sembrano assumere una certa consistenza. Il viaggio a Torino in ottime condizioni di salute, una lieve indigestione rivelatasi subdolamente fatale, le inspiegabili  infrazioni sul piano formale[3] rendono legittimo interrogarsi sulle reali dinamiche della morte dell’uomo di vertice dell’Esercito Regio: la sua presenza costituiva un fiero ostacolo sul piano politico, insormontabile  tanto da oscurare le sue innegabili capacità sul comando degli uomini e sull’impiego efficace delle nuove tecnologie. Inutile riflettere su ciò che non fu. Risulta opportuno invece ricordare che, dopo la XII Battaglia dell’Isonzo, il comando del Regio Esercito fu affidato al generale Diaz, fermo nel trattare con l’interlocutore politico, vicino al Generale Pollio da molti anni[4], allo stesso Diaz al quale per primo pervenne la comunicazione della morte improvvisa del Capo di Stato Maggiore con la pietosa consegna di comunicare la notizia ferale alla famiglia.  



[1] «L’ultima volta che lo vidi a Napoli fu il giorno dell’attentato di Passanante. Eravamo schierati davanti al Palazzo Reale, attendendo l’arrivo del Sovrano che faceva il suo ingresso ufficiale. Ad un tratto da Toledo vedemmo spuntare Pollio al galoppo, passare davanti a noi stravolto in viso e l’udimmo gridare al mio capitano: «Hanno pugnalato il Re» e poi sparire entro il palazzo» (E. De Rossi, La vita di un ufficiale italiano sino alla guerra, Milano: Mondadori, 1927, p. 22).

[2] L’anno precedente alla nomina a Capo di Stato Maggiore così veniva descritto Alberto Pollio da un suo Superiore: «ha tutti i requisiti per raggiungere i più elevati gradi della gerarchia; e più si troverà in posizione eminente, meglio potrà esplicare tutta la sua intelligenza, operosità ed iniziativa e saprà acquistare quell’ascendente tanto necessario per ottenere il volonteroso concorso di tutti nella attuazione dei suoi concetti … Auguro, nell’interesse dell’Esercito, che egli possa in più vasto ambiente mettere in luce tutto il suo valore» (I Capi di Stato Maggiore dell’Esercito – Alberto Pollio – 4 Roma: Comando del Corpo di Stato Maggiore dell’Esercito, 1935, p. 10  in G. Catenacci, F. M. Di Giovine, Il Generale Alberto Pollio: dalla Nunziatella ai vertici dello Stato Maggiore del Regio Esercito Italiano, Scuola Militare Nunziatella, Società di Storia di Terra di Lavoro; Associazione Nazionale ex Allievi Nunziatella; Sezione Campania e Basilicata, Civitella del Tronto, 21 marzo 2015, p. 9). La testimonianza di un giovanissimo Eugenio De Rossi è conferma al giudizio espresso dal Superiore circa l’ascendente personale: «Ritornammo a Napoli ed alla stazione trovammo il capitano Pollio di Stato Maggiore. Rassomigliare a Pollio era il sogno di noi ragazzi. Egli allora era un bellissimo giovine, sempre inguantato, profumato, calzato a pennello. Alle parate non mancava mai di avvicinarsi a noi e rivolgerci qualche piacevolezza, facendo danzare un suo vivace morello» (E. De Rossi, La vita di un ufficiale italiano sino alla guerra, cit., p. 22).

[3] Il medico (la cui carriera paradossalmente decollò dopo l’infausto esito del suo operato) che si prese cura del Capo di Stato Maggiore non era un medico militare  (G. Catenacci, F. M. Di Giovine, Il Generale Alberto Pollio: dalla Nunziatella ai vertici dello Stato Maggiore del Regio Esercito Italiano, cit. p.15).

[4] Nel biennio 1895 – 96, Armando Diaz era in forze presso la segreteria del Generale Pollio.

sabato 20 marzo 2021

La testimonianza ‘a colori’ del Generale Giuseppe Musinu

 

Maria Luisa Suprani Querzoli

 


Il pensiero della Grande Guerra rimanda inconsapevolmente alle immagini d’epoca che ritraggono uomini impegnati allo stremo delle forze. Le imprese di alcuni, memorabili per arditezza e valore,  rimangono in qualche modo ancorate alla percezione di quel mondo in bianco e nero, distante dal tempo presente.

Giuseppe Musinu[1], Comandante del 2° Battaglione del 152° Fanteria ‘Sassari’, rappresenta l’essenza del valore militare espresso dal Soldato italiano nella Prima Guerra Mondiale.

La fierezza del suo assetto lo rese capace di risultare impermeabile sia ai pericoli che l’audacia dell’azione comportava, sia alle insidie della retorica, tesa a celebrarne successivamente le gesta. Per nulla interessato a pubblicare le sue memorie, preferì serbare nei ritmi lineari della quotidianità la sua visione del mondo e della guerra.

Non meraviglia quindi che il ricordo di una figura così vicina ai canoni militari del mondo antico risulti legata prevalentemente alla testimonianza orale, conservata attraverso trascrizioni di brani delle interviste da lui rilasciate e registrazioni audiovisive presenti tuttora in rete[2].

 L’intervista televisiva, realizzata in occasione del suo centesimo compleanno, esaurite le domande di rito inerenti all’età ragguardevole,  vira rapidamente sulla sua esperienza di guerra. La paura della morte[3] viene superata dalla chiarezza morale del Soldato capace di concentrarsi, senza la minima enfasi, sulle priorità essenziali, ovvero sulla difesa della collettività di cui è parte[4]: «Chi è in guerra mette la propria vita a disposizione della Patria e per me la Patria è più di me»[5]. La stessa visione nitida scolpisce il concetto di ‘coraggio’, a cui è sotteso «il senso del dovere, fatto anche se tu devi morire»[6].

Fiero della sicurezza che il supporto della sua compagine sapeva fornire ai Soldati al fronte («Erano tanto contenti i compagni nostri, perché andavamo da una linea all’altra ed erano contenti che la Brigata Sassari fosse presente perché la Brigata Sassari dava un senso di tranquillità e di sicurezza»[7]), seppe proteggere i propri uomini («Io cercavo di fare quel che dovevo fare cercando di risparmiare i miei più che potevo e ci riuscivo perché i soldati che erano allora col Maggiore … Capitano Musinu facevano bene il proprio dovere. Però io ero con loro, eh»[8]. «I soldati ci stavano a sentire, non c’era bisogno di comandare. Noi eravamo lì davanti con l’esempio e loro seguivano»[9]) e, al contempo, esigere da loro senza riserve («Non ero tanto molle»[10]).

A conclusione dell’intervista, un applauso prolungato e riconoscente saluta chi, in modo essenziale e scabro, ha dimostrato nella massima semplicità che la vittoria nasce da una visione nitida delle priorità da cui il valore morale trae alimento.

 

 



[1] Giuseppe Musinu, Generale di Corpo d’Armata (Thiesi, 22 marzo 1891 -  ivi, 4 aprile 1992).

[2] Il riferimento è all’intervista al Generale Giuseppe Musinu presente all’indirizzo www.youtu.be/o_ytrMoUUU9A.

[3] «… la paura è un fatto personale. Si può averla o no. Si sapeva che dovevamo rimanere là e le pallottole come arrivavano per gli altri potevano arrivare anche per me. La paura non poteva aiutare, allora tanto valeva metterla da parte» (brano di una testimonianza orale del Generale Musinu in Giuseppe Musinu in www.brigatasassari.it).

[4]«Patria è la collettività nella quale vivo anch’io»(Giuseppe Musinu in www.youtu.be/o_ytrMoUUU9A).

[5] Ibidem.

[6] Ibidem.

[7] Ibidem.

[8] Ibidem.

[9]  Brano di una testimonianza orale del Generale Musinu in Giuseppe Musinu in www.brigatasassari.it.

[10] Giuseppe Musinu in www.youtu.be/o_ytrMoUUU9A.

martedì 9 marzo 2021

Austria - Ungheria Esercito Comune 1914 -1918

 

Le armate della Duplice Monarchia

Armeegruppe

Kövess, Armeegruppe, distaccamento di armata austro-ungarico, comandato dal GdI. Hermann Kövess von Kovessháza e costituito il 18 agosto 1914 con la 16a e 35a divisione di fanteria, già del XII. Korps, e la 7a e 9a divisione di cavalleria, inquadrato nella primavera del 1915 nell’Armee Woyrsch tedesca.

Pflanzer-Baltin, Armeegruppe, distaccamento di armata austro-ungarico, costituito il 3 ottobre 1914 comandato dal GdK. barone Karl von Pflanzer-Baltin.

Rohr, Armeegruppe, distaccamento di armata austro-ungarico, costituito il 27 maggio 1915 sul fronte carnico, al comando del GdK. Franz Rohr von Denta, e composto dalla 92a divisione di fanteria, 59a brigata da montagna e 57a mezza brigata, e dal VII. Korps.

Tersztyánszky, Armeegruppe, distaccamento di armata austro-ungarico, comandato dal GdK. Karl Tersztyánszky von Nádas, costituito il 5 giugno 1915 sui Balcani con la 59a e 61a divisione di fanteria, la 103a divisione di fanteria tedesca, i reparti confinari dei Rayon Banat e Syrmien e le guarnigioni delle piazzeforti.

Belluno, Armeegruppe, distaccamento di armata austro-ungarico, comandato dal FZM. Ferdinand Goglia, costituito il 6 gennaio 1918 col I., XV. e XXVI. Korps.

Woyrsch, Armeeabteilung, distaccamento di armata austro-ungarico, Sezione d’armata Woyrisch, costituita il 23 gennaio 1915 sul fronte russo e comandata dal GO. Prussiano Remus von Woyrsch. Era in effetti il Landwehrkorps tedesco su tre divisioni di fanteria, e con l’Armeegruppe Kövess (già XII. Korps) austro-ungarico costituiva nella primavera del 1915 l’Armee Woyrsch.